Länderbeispiele

Indigene Rechte auf den Philippinen

Mehr als 140 verschiedene indigene (Sprach ) Gemeinschaften leben in den Philippinen; z.B. die Bergvölker in Northern Luzon (Cordillera Peoples; Igorots / Kankanaeys, Bontocs, Kalingas, Ifugaos, Tingguians, Apayao/Isneg und Ibaloy), die Lumads auf Mindanao, die Mangyans auf Mindoro, die Agtas auf Quezon, die Aetas auf Central Luzon, die Altas in der Provinz Aurora, die Atis in Antique, die Remontados auf Tanay, die Tagbanuas auf Palawan.

Der „Indigenous Peoples’ Rights Act“ vom October 1997 (offiziell „Republic Act 8371“) orientiert sich an den Normen der ILO-Konvention 169. Obwohl die ILO-Normen das Muster für eine nationale Gesetzgebung abgegeben haben, fordern indigene Organisationen die Ratifizierung der ILO-Konvention 169 durch die philippinische Regierung. Der internationale Standard soll den Gesetzesrahmen gegenüber den Schwankungen der nationalen Politik absichern.


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Gran Chaco (Argentinien, Bolivien, Paraguay)

Indigene Völker: Guaraníes, Weenhayek, Tapiete, Wichi, Chorote, Nivaklé, Toba, Pilagá

Zerstörung des Rio Pilcomayo

Indigene Gemeinden von 8 Völkern, die entlang des Rio Pilcomayo im Gran Chaco leben und hochgradig von ihm abhängig sind, werden Opfer von Bergbau und hydrotechnischen Bauten zur Flussregulierung. Mit Unterstützung der EU werden Fluss- und Ressourcenmanagement-Projekte ohne Berücksichtigung indigener Lebensrechte geplant und gefördert.

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Uranbbau in Kanada auf Gebiet der Cree und Dene


Land: Canada, Nördlicher Teil der Provinz Saskatchewan,
Indigene Völker: Dene, Cree, Metis, Anishinabe, Lakota, Salteaux
Betroffen: Cree und Dene (Denesuline) sowie Metis

Uranbbau in Kanada auf Gebiet der Cree und Dene

Die weltgrößten Uranminen liegen im Norden der Provinz Saskatchewan, Canada.

Die „First Nations" der Region haben sich von Anbeginn des Uranabbaus (vor mehr als 30 Jahren) gegen die Uranbergwerke ausgesprochen, ohne ihr Ziel – Anerkennung ihrer vertraglich gesicherten Landrechte und Stopp des Uranabbaus bzw. seine Eingrenzung - zu erreichen.

Nach offiziellen Feststellungen eines Regierungsausschusses (FEARO-Panel) leben die indigenen Gemeinden im Norden von Saskatchewan nach wie vor unter 3.-Welt-Bedingungen, während aus ihren traditionellen Territorien Rohstoffe, insbesondere Uran, aber auch Gold und Diamanten, im Werte von vielen Millionen $$$ abgebaut werden. Mitte der 90er Jahre ist der Uranabbau mit einer Welle neuer Bergwerksprojekte ausgeweitet worden, während die Landrechtsfrage nicht geklärt wurde und die indigene Bevölkerung in einem der reichen „G7-Staaten" nach wie vor unter massiven sozialen, ökonomischen und menschlichen Problemen leidet.

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Staudamm am Bío Bío / Chile

Im Stammland der Pehuenche–Mapuche am Bío Bío Fluss wird seit 1991 ein Staudammkomplex mit sechs Staustufen gebaut. Die erste Staustufe „Central Pangue“ ging im April 1997 ans Netz. Die zweite Staustufe „Ralco“ wird seit 22. April 2004 geflutet. Die letzten 450 Pehuenche wurden nach langem Widerstand umgesiedelt, viele ihrer Friedhöfe und heiligen Stätten werden unter den Fluten verschwinden. Ein Umweltverträglichkeitsgutachten für die Pangue Staustufe und ein Gutachten der staatlichen Behörde zur Entwicklung der Ureinwohner (CONADI) fielen negativ aus, die Indigenen wurden im Vorfeld des Projekts nicht konsultiert. Trotzdem gehen auch die anderen vier Staudämme in Planung.

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Westsibirien: Ölrausch in der Taiga


RUSSISCHE FÖDERATION

Chanty- Mansi - Nenzen

Die Russische Föderation verfügt über gewaltige Öl- und Gasvorkommen. Für die Bundesrepublik ist das Land der mit Abstand wichtigste Lieferant beider Rohstoffe. Größtenteils werden sie in der westsibirischen Region Tjumen' gefördert. Die Rechte der einheimischen Rentiertzüchter, Fischer und Jäger bleiben dabei auf der Strecke.

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Adivasi und Industrialisierung in Indien

Indien, Bundesstaat Orissa, Distrikt Sundargarh,Rourkela (an der Grenze zu Jharkhand)

Betroffene Adivasi-Gemeinschaften:
Oraon, Munda, Kharia, Bhumji, Kolha und Kisan

Ein vom Stahlwerk Rourkela betroffener Adivasi:
Die dikus (= Nicht-Adivasi) wollen einem jungen Reh einen Schlegel herausreißen und es dann verenden lassen. Ist das recht? Einem Elefanten den Rüssel abhacken und ihn dann verbluten lassen. Ist das recht? Den Pfeil im Körper des wilden Ebers stecken lassen, dass er bis zum nächsten Sonnenaufgang brüllt und dann stirbt. Ist das recht? Der Taube die Federn ausreißen und zusehen, wie sie langsam krepiert. Ist das recht?
Aus: Stimmen der Adivasis, Bonner Siva Series, 2001.

Über z.T. Jahrtausende hatten sich Angehörige der Oraon, Munda, Kharia, Bhumji, Kolha und Kisan in die Bergregion um Rourkela (Unionsstaat Orissa) zurückgezogen. Sie lebten vom Ackerbau und den Früchten des Urwalds. Heute ziehen dort düstere Rauchschwaden über riesige Slumsiedlungen, verschmutzen Chemikalien und Schmiermittel den Fluss. Der einst dichte Urwald ist verschwunden, aus dem Dorf Rourkela mit deutscher Unterstützung eine Industriestadt geworden. In den 1990er Jahren wurde das Stahlwerk Rourkela mit deutscher Unterstützung modernisiert. Es gilt als Erfolgsprojekt der Entwicklungszusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland.

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Ecuador: OCP und die Indígena-Gemeinschaft Sarayacu

OCP (Oleoducto de Crudos pesados)

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Ohne Rücksichtnahme auf Proteste und weitverbreiteten Widerstand im Land ist im Herbst 2003 nach 2 1/2 Jahren Bauzeit Ecuadors zweite Erdölpipeline mit Namen OCP 'online' gegangen. Die 500 km lange Pipeline, die sich vom Amazonas über die Anden bis zum Pazifik schlängelt, wurde mit Krediten der Westdeutschen Landesbank gebaut. Sie durchquert sieben Naturschutzgebiete und führt entlang vulkanisch aktiver sowie erdbeben- und erdrutschgefährdeter Zonen. Sie ist deswegen besonders bruchgefährdet. Um die Pipeline zu füllen, soll die Ölförderung auf bislang unberührte Schutzgebiete und Territorien von indigenen Völkern im Amazonas ausgeweitet werden. Davon sind Indianergemeinden, wie Sarayacu, direkt bedroht. Ein Großteil des Öls ist für die USA bestimmt.

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